Mal ganz ehrlich: Mit meinem Namen haben es sich meine Eltern ziemlich leicht gemacht. Bei Nayeli haben sie sich große Gedanken um die Bedeutung ihrer drei Vornamen gemacht. Dass das auch alles zu ihr passt und so. Das gleiche in Grün bei Nimué: Da haben sie die Namenspatroninnen oder -basen unter die Lupe genommen und nach denen entschieden. Und bei mir?

Bei mir hat es ihnen ganz profan gereicht, dass die Namen schön klingen (das tun sie ja zugegebenermaßen auch). Und noch dazu hatten sie es ja mit meinem ersten Vornamen ziemlich leicht. Denn damit er zu Nayeli und Nimué passt, musste er natürlich auch mit "N" anfangen. Und drei Silben haben. Und der zweite Buchstabe sollte weder ein "A" noch ein "I" sein. Und außerdem sollte der Name nicht auf "A" enden, weil schon Opa Gerhard und Oma Anneliese bei der Namenssuche für ihre Töchter Ute und meine Mama Kathrin überlegt hatten, dass sich das zusammen mit unserem Nachnamen nicht so berauschend anhört.

Mama und Papa hatten offenbar trotzdem eine echte Liste, man sollte es bei all den Vorgaben nicht glauben. Und mein Name stand schon im Oktober mit drauf. Mama hat ihn, oh Graus, in einem Internetforum für werdende Mütter gefunden. Da stand neben dem ganzen Quatsch, den man im Netz so über die Bedeutung meines Namens zu lesen bekommt, drin, dass der Name indianischen Ursprungs sei und "chases butterflies", also "Schmetterlingsfängerin" bedeutet. Verwiesen wird dann im nächsten Atemzug immer auf einen Film mit einer Schauspielerin als Hauptdarstellerin, die Mama und Papa ebensowenig kennen, wie den Film selbst, und die heißt in dem Film eben "Novalee Nation" (da finde ich Novalee Hartmann um Längen besser).

Papa hat sich dann recht bald auf ihn eingeschossen. Und Mama hatte dann doch noch Zweifel, ob der Name nicht zu blumig für mich sei (Und nennt mich dann mit zweitem Vornamen "Blume" - ist das nicht kurios?) - aber noch vor Weihnachten haben sie sich dann doch auf diesen Namen geeinigt. Und das obwohl Mama nicht rausfinden konnte, bei welchem Stamm dieser Name gebräuchlich war!

Damit das Ganze dann zu Nayelis und Nimués Namen passte, sollten noch zwei weitere Vornamen mit insgesamt maximal vier, besser aber nur drei Silben folgen, und da wollte meine Mama gern wie bei Nayeli und Nimué etwas anmutiges Altmodisches, was aber so recht nie aus der Mode kommt. Wie Marie eben, oder Sophie.

Papa wollte Isabelle, da hat Mama dann aber gestreikt. Mama kam dann irgendwie auf Louise (mit langem "I" und ohne "E" ausgesprochen), und da waren sie sich wieder einig. Als Mama dann aber als mittleren Namen "Emma" vorschlug, fand Papa das absolut indiskutabel, weil er bei dem Namen immer an eine Kuh denken muss. Mama überlegte dann, dass sich ein einsilbiger Name doch gut dazu anhören würde und befragte das Internet nach entsprechenden Mädchen-Vornamen. Und neben viel grobem Unfug spuckte das dann "Fleur" aus, die Blume, und das stand schließlich schon angehängt an "Marie" auf der Namensliste von Nayeli drauf. Na, und das hat dann auch Papa gefallen. Und so war noch vor Anbruch meines Geburtsjahres mein Name da:

Novalee Fleur Louise

 

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