meine ersten wochen

gedicht

 


freitags kam ich auf die welt, am mittwoch darauf konnte ich mit mama nach hause. allerdings war das nur ein sehr kurzes gastspiel in der königsteiner straße in oberursel: bereits nach etwa einer woche bin ich mit nayeli, mama und papa in unser vorläufiges domizil bei oma und opa in weißkirchen "umgezogen". während nayeli mit hanne unterwegs war und papa in der wohnung kisten packte, versuchte mama, uns beiden in dieser umzugssituation so viel ruhe wie möglich zu verschaffen.
die krux war nämlich, dass unser haus in ronneburg, das eigentlich spätestens anfang märz hätte fertig sein sollen, noch immer nicht einzugsbereit war. die wohnung in oberursel war aber zu ende mai gekündigt, und drei monate vorher sah es auch noch so aus, als sei das großzügig kalkuliert! und als dann der große umzugstag am 19. mai da war (an dem ich auch endlich oma evi und opa ralf sowie meine patin peggy kennenlernte), wurden auch nur alle kisten und möbel in den keller des hauses gestellt. die wohnung war leer, und nayeli fand es sehr sehr komisch, ihr zimmer so ganz ohne möbel zu sehen, als wir ein letztes mal dort waren, um die wohnung am 25. juni zu übergeben. mir machte das nicht viel, aber die unsicherheit und rastlosigkeit von mama und papa übertrug sich irgendwie schon auf mich, und so musste ich drei wochen lang jeden abend ganz fürchterlich weinen, und das teilweise mit unterbrechungen zwei stunden lang, bis ich dann endlich einschlafen konnte. mama, papa, oma und opa haben immer wieder abwechselnd versucht, mich zu beruhigen, und ich glaube, es zehrte ganz schön an ihren nerven und tat ihnen sehr leid, mir so gar nicht helfen zu können.

und noch ein bisschen mehr sorgen machte ich den alten: meine tante ute hatte mir noch im krankenhaus ein bisschen blut abgenommen, das nach stoffwechselerkrankungen untersucht werden sollte. und prompt kam ein paar wochen nach meiner geburt der bescheid, ein wert sei nicht in ordnung. außerdem hatte die ärztin im krankenhaus bei meiner abschlussuntersuchung dort ein geräusch in meinem herzton festgestellt, das dort nicht hingehörte. so musste mama gleich am zweiten tag zuhause schon mit mir zum kinderkardiologen nach frankfurt fahren.
letztlich haben sich diese probleme aber wie das mit meiner hüfte und mit meinem lange entzündeten linken auge ganz von allein gelöst und schlicht verwachsen. es brauchte eben nur ein bisschen zeit.

was allen aber freude machte war, dass ich nicht nur ordentlich an gewicht zunahm, sondern auch beträchtlich an größe zulegte. über meine augenfarbe rätseln sie alle noch heute, und ich habe auch bis jetzt nicht verraten, wie sie nun letztendlich werden soll. na, und was so haartechnisch passiert, ist auch noch ungewiss, mama und ich hatten erstmal ordentlich die mauser, mama hat sie immernoch, und bei mir ist nicht mehr viel zum mausern da; zumindest die haare an den ohren sind mittlerweile genauso ausgefallen wie die an meinem hinterkopf, was mama aber auf mein vieles hin- und herwälzen schiebt.

am 9. juni dann zogen wir vier, papa, mama, nayeli und ich, endlich in unser haus in ronneburg. das war erstmal ziemlich seltsam. und nayeli wollte auch gleich am nächsten tag wieder heim zu oma und opa, und sie vermisste in der ersten zeit auch ganz schlimm ihre cousine maya. ich fands dagegen super, dass ich jetzt ein tolles mobile über meinem wickeltisch hatte. und dann kam mamas geburtstag, und da waren ganz viele liebe leute da und haben mit uns gegrillt und gefeiert, peggy war auch wieder da, das war wunderbar, und dann war auch noch mein pate alex da, und den finde ich ja ohnehin große klasse.

nun, klamotten und spielsachen haben meine eltern mittlerweile alle ausgepackt und verstaut, und insgesamt ist die bude schon ziemlich vorzeigbar, wenn wir auch nur vereinzelt lampen, wenige möbel und noch keine spiegel haben. dafür blühen schon ein paar blumen im garten, und die spaziergänge durch die wiesen und felder finde ich sehr nett, vorausgesetzt, mama passt auf, dass mir nicht ständig die sonne so frech ins gesicht scheint. und für den kleinen hunger zwischendurch ist ja immer was dabei.

 

 

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