Nayelis Geburt begann am Freitag, dem 27. Mai 2005, gegen 5.20 Uhr früh damit, dass Kathrin aufwachte und sich innerhalb kürzester Zeit sicher war: Das hab' ich nicht geträumt, das sind wirklich Wehen! Als Alex gegen 7.30 Uhr von einem Nachtdienst mit frischen Brötchen nach Hause kam und schon frotzelte, dass die zwei Mädels sich wohl so gar nicht trennen wollten, war er dann sehr überrascht: Nachdem der errechnete Geburtstermin nun um fast eine Woche verstrichen war, wurde es nun also endlich "ernst".

Während des Frühstücks rief Alex dann im Geburtshaus an: Die Wehen waren zwar noch nicht sehr stark, dafür kamen sie aber von Anfang an in einem Abstand von nur knapp drei Minuten.
Für 10 Uhr verabredeten wir uns mit Gesa, einer der beiden diensthabenden Hebammen, im Geburtshaus. Ans CTG angeschlossen zeigte sich uns schnell, dass es tatsächlich losging: Wir blieben also gleich da.

Zeit spielte von da an allerdings keine Rolle mehr. Von der Badewanne wanderte Kathrin auf eine Matratze, von dort aus auf einen Ball, dann wieder aufs Bett, wo auch Alex nach rund 30 Stunden endlich mal ein halbes Stündchen Schlaf bekam. Irgendwann gingen wir noch ein paar Schritte draußen in der Sonne spazieren, irgendwann löste sich der Schleimpfropf, irgendwann kam etwas Fruchtwasser - nur der Muttermund öffnete sich erst sehr langsam, während die Wehen immer heftiger wurden.

Nicht lange vor 18 Uhr passierte es dann: Während einer sehr heftigen Wehe platzte die Fruchtblase und Nayeli wurde mit ihrem Köpfchen ganz plötzlich mit viel Druck gegen den Muttermund gepresst. Möglicherweise durch diesen Schreck bedingt waren nun keine Herztöne mehr zu hören; die Frequenz sackte auf etwa 60 ab, und plötzlich musste alles sehr schnell gehen...